Fotoprojekt Architektur

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Gruppe 1 Mrchenwiese A4Gruppe 2 Details Scharounvilla A4Gruppe 3 Druck Klonbilder A4Gruppe 4 Kaleidoskop A4Gruppe 5 Kaleidoskop A4Gruppe 6 Tren A4Gruppe 7 Ornamente A4Gruppe 8 Trklinken A4
 
Jugendliche präsentieren Fotos in der Villa Schminke
Birgit Hollstein
Ein länderübergreifendes Schul-Projekt nähert sich dem Ende. Dabei stehen Hans Scharoun und die Architektur in Löbau und Boleslawiec im Vordergrund.
Am 23. Mai fand ein Projekt zwischen deutschen und polnischen Schülern seinen Abschluss auf deutscher Seite. Bei dem Vorhaben begaben sich Jugendliche der Pestalozzi-Oberschule in Löbau und dem 2. Gymnasium in Boleslawiec, „mit dem Foto auf die Spuren von Hans Scharoun und der Architektur beiderseits der Neiße“. Im Haus Schminke wurden nun die Arbeiten präsentiert. Das Haus wurde nach den Plänen von Hans Scharoun errichtet, ebenfalls ein Kindergarten und ein Ledigenwohnheim in Wroclaw (Breslau). „Die Bauwerke beiderseits der Neiße schafften zugleich eine Verbindung für die länderübergreifende Zusammenarbeit“, begründet Hartmut Herwig, Lehrer und Leiter des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) Löbau die Wahl des Themas.
An einer Wand nebeneinander aufgestellt, konnten die Arbeiten der Workshops besichtigt werden. Das waren zum Beispiel Aufnahmen von Türen aus Löbau und Boleslawiec (Bunzlau), Türklinken aus den beiden Städten, Ornamente an Gebäuden, Kaleidoskope, erstellt aus Aufnahmen von Rathäusern.  Ausgestellt waren alle Werke. Ein Film zeigte Schüler beim Arbeiten, gab aber auch Einblick in gemeinsame sportliche Aktivitäten. Tischtennis und Kegeln gehörten zum Beispiel dazu. Diese Freizeitbeschäftigungen fanden genauso viel Anklang wie die Bildbearbeitung, äußerte sich eine Schülerin der Pestalozzi-Oberschule vor Projektteilnehmern und geladenen Gästen. Im Anschluss an den kurzen Film präsentierte sie mit ihrer Gruppe die gemeinsam gestaltete Bilderplatte und sprach über ihre Eindrücke. Gearbeitet wurde in Gruppen, jeweils zwei deutsche und zwei polnische Schüler zusammen. Was dabei immer wieder erwähnt wurde, war eine Fahrt nach Breslau, die allen sehr gut gefallen hat. Wenn es Schwierigkeiten gab, dann waren es sprachliche, die letzten Endes auch mit Englischkenntnissen gemeistert werden konnten.
Für das gemeinsame Unternehmen ab dem 14. März gab es unterschiedliche Aufgaben, zum Beispiel: 16 Details der Villa Schminke oder 24 Ornamente an Gebäuden der Stadt zu fotografieren. Diesem Thema nahmen sich Bea Sophie Henke und drei weitere Jugendliche an. „Wir sind in der Gruppe durch Löbau gelaufen und haben fotografiert“, erzählt das Mädchen. So haben sie das goldene Kauffahrerschiff und die beiden Anker am Stadthaus mit ihrer Kamera festgehalten, ebenfalls die Uhr am Rathaus und das Denkmal von Mercurius, dem goldenen Beschützer der Kaufleute, an der Ecke von Bahnhofstraße und Brunnenstraße. „Durch das Projekt habe ich Löbau ganz anderes kennengelernt“, sagt sie. „Ich habe erfahren, wie schön die Stadt eigentlich ist.“ Für die sechs Projekttage wurden die Jugendlichen vom Unterricht freigestellt, mussten aber den Stoff nachholen, bzw. Arbeiten nachschreiben. Auf große Resonanz ist die Gruppe mit ihrer Fotoplatte ebenfalls auf der Konventa am 6. und 7. Mai gestoßen, wobei sich auch Ministerpräsident Tillich für die Arbeit interessierte.
Vier andere Schüler stellten Details der Villa Schminke vor.  An den an der Wand ausgestellten Fotoplatten weist Steffen Reimann, Mitarbeiter des MPZs Löbau, noch einmal auf die farbliche Besonderheit hin: auf eine Aufnahme, in orange gehalten oder auf die Zimmerdecke voller roter Lampen. „Die Zimmerdecke sollte den Sternenhimmel für die Kinder des Nudelfabrikanten darstellen“, informiert er. „Das orangene Foto zeigt einen Blick aus dem Wintergarten nach draußen durch ein orangenes rundes Fenster, ähnlich dem Bullauge eines Schiffes.“ Auf diese Weise haben die Jugendlichen nicht nur Bauwerke von dem Architekten Scharoun kennengelernt, sondern gleichfalls einen Einblick in das Leben des damaligen Besitzers erhalten.
Jeremy Wolf aus der achten Klasse der Löbauer Schule präsentierte mit seiner Gruppe ein mit Light Painting entstandenes Bild. „Das Geheimnis der Märchenwiese“ nannten es die Jugendlichen. Zu sehen sind ein Baum, ein Vogel, eine Schnecke, eine Wolke. Im Keller des schiffsähnlichen Bauwerkes haben sie die Aufnahme mit einer Spiegelreflexkamera bei einer Belichtungszeit von 30 Sekunden gestartet. Zuvor aber hatten sie eine genaue Vorstellung entwickelt, von dem, was sie darstellen wollten. Acht bis zehn der so entstandenen Aufnahmen haben sie dann zu einem Bild zusammengefügt.
Neben der digitalen Bildbearbeitung und dem Light Painting beschäftigten sich die Schüler mit analoger Fotografie. Reichlich Unterstützung fanden die Mädchen und Jungen dabei von Eckhard Storch, der als ehemaliger Lehrer und Rentner das Vorhaben in Eigenregie begleitet hat. Finanziellen Beistand bot die Euroregion Neiße, die die Projektkosten förderte. Nach der Präsentation im Haus Schminke, ab dem 29. Mai, können die Bilder in Boleslawiec (Bunzlau) betrachtet werden. Dies wird gleichzeitig der letzte Projekttag auf polnischer Seite sein, informiert  Hartmut Herwig. Die Bildtafeln bleiben dort bis zum Schuljahresende. Ab dem nächsten Schuljahr werden sie in der Pestalozzi-Oberschule gezeigt.